Zum 100. Geburtstag von Dr. Elisabeth Kübler-Ross beleuchtet SWR Kultur ihren außergewöhnlichen Beitrag zur Sterbeforschung und zeigt, wie sie den gesellschaftlichen Umgang mit Sterben und Tod nachhaltig verändert hat. Ein hörenswerter Beitrag.
Am 8. Juli würde Dr. Elisabeth Kübler-Ross ihren 100. Geburtstag feiern. Die 1926 in Zürich geborene Ärztin und Pionierin der Sterbeforschung schaffte, was zuvor undenkbar schien: Sie holte das Tabuthema Tod aus der Isolation und brachte es in die Mitte der Gesellschaft.
Nach ihrem Medizinstudium und darauffolgender Landarzttätigkeit in der Schweiz zog sie 1958 in die USA. Ihre Arbeit am Manhattan State Hospital in New York prägte sie entscheidend. Sie war erschüttert, wie sterbende Patienten in den Kliniken regelrecht gemieden wurden. Ehrliche Gespräche oder der Wunsch, im Kreis der Familie Abschied zu nehmen, waren undenkbar.
Ab 1965 wandte sie sich daher am Billings Hospital in Chicago intensiv den Sterbenden zu. Als erste Wissenschaftlerin erforschte sie das Sterben systematisch, und zwar, indem sie den Betroffenen einfach nur zuhörte. Ihre Erkenntnis war: „Die Patienten wissen nicht nur, dass sie sterben, sondern sie können uns auch mitteilen, wann der Tod eintritt, wenn wir ihnen zuhören und die Sprache von Sterbenden verstehen können.“¹ Aus diesen Gesprächen, die sie zudem oft im Hörsaal vor Studierenden und dem Pflegepersonal führte, entstand 1969 ihr Weltbestseller „Interviews mit Sterbenden“.
Mit ihren Vorträgen und Workshops in den 1970er und 80er Jahren veränderte sie den Umgang mit dem Tod weltweit. Dabei gab sie auch den entscheidenden Anstoß für das Hospiz Stuttgart und unsere heutige Akademie: Nach einem Workshop im Remstal 1983 versprach ihr Pfarrer Martin Klumpp, in Stuttgart ein Hospiz aufzubauen. Mit dem ersten Gesamtleiter, Prof. Dr. med. Student, verband sie zudem eine Freundschaft. Auf diesem Fundament entstand 1997 das Bildungsreferat des Hospizes, das seit 2005 ihr zu Ehren den Namen Elisabeth-Kübler-Ross-Akademie® trägt.
Elisabeth Kübler-Ross verfasste über 20 Bücher, die in mehr als 25 Sprachen übersetzt wurden, erhielt 23 Ehrendoktortitel und wurde vom TIME Magazine zu den 100 wichtigsten Denkern des 20. Jahrhunderts gezählt.
Nachdem sie ab 1994 mehrere Schlaganfälle erlitt und halbseitig gelähmt war, haderte sie anfangs stark mit dem Verlust ihrer Selbstständigkeit. Sie kämpfte sich jedoch zurück, nahm als Rollstuhlfahrerin an Wohltätigkeitsläufen teil und publizierte weiter, bis sie am 24. August 2004 im Alter von 78 Jahren verstarb.
Was bleibt, ist ihr unermüdlicher Einsatz für die Menschlichkeit am Lebensende. Die Arbeitsgemeinschaft Elisabeth Kübler-Ross Schweiz fasste ihre Haltung treffend zusammen:
„Jeder Mensch lebe und sterbe in Würde, Freiheit, Geborgenheit. Und: der Tod ist kein Feind und Du musst ihn nicht fürchten.“²
_______________________________________
Quellen:
¹ Kübler-Ross, Elisabeth (1987): Verstehen, was Sterbende sagen wollen. Gütersloher Verlagshaus. (S. 27).
² Arbeitsgemeinschaft Elisabeth Kübler-Ross Schweiz (2004): Der Schweizerische Newsletter (Heft 25, S. 1).
Arbeitsgemeinschaft Elisabeth Kübler-Ross Schweiz (1992–2004): Der Schweizerische Newsletter (Hefte 1–25).
Haupt, Stefan (2003): Elisabeth Kübler-Ross – Dem Tod ins Gesicht sehen [Film]. Fontana Film.
Am 12.06.2026 konnten die Teilnehmenden die Kursreihe "EMPAC – EMpower the healthcare worker in PAlliative Care" erfolgreich abschließen.
In drei Modulen standen die persönliche Reflexion, Führungskompetenz und die Stärkung der eigenen Ressourcen im Mittelpunkt. Vielen Dank für das engagierte Mitwirken und den wertvollen Austausch.
Vom 14.-16.05.2026 fand in Prag der 20. Welt-Kongress der European Association for Palliative Care (EAPC) statt. Unter dem Motto "Palliative Care Research: From strong foundations to new horizons" hat die EAPC gemeinsam mit dem lokalen tschechischen Komitee ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt.
In diesem Jahr startete der Kongress mit einem neuen "World-Format". Unter dem Leitgedanken "Where science and collaboration meet" zielte dieser Ansatz darauf ab, wissenschaftliche Forschung noch enger mit der Praxis zu verknüpfen und Stimmen aus allen Regionen und Bereichen der weltweiten Palliativversorgung zu vereinen.
Rund 2.000 Teilnehmende aus aller Welt tauschten sich zu hochaktuellen Themen aus. Im Fokus standen unter anderem die pädiatrische Palliativversorgung, die frühzeitige Integration von Palliative Care in die Primärversorgung sowie neue integrative Ansätze in der Trauerbegleitung und der existenziellen Bewusstheit.
Für uns waren Susanne Haller (Leitung Elisabeth-Kübler-Ross-Akademie), Barbara Strohal und Carola Riehm (Gesamtleitung Hospiz Stuttgart) vor Ort, um wertvolle internationale Impulse, neue Forschungsansätze und Motivation für unsere Arbeit nach Stuttgart mitzunehmen. Neben dem spannenden Fachprogramm bot der Kongress einen wunderbaren Rahmen für persönliche Begegnungen und den bereichernden Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern, darunter auch inspirierende Gespräche mit Dr. Zuzana Kremenova aus dem tschechischen Organisationskomitee.
(Weitere Informationen zum Kongress finden Sie unter: https://eapcnet.eu/congress/2026)
Nach dem Rückblick in Videoform (hier geht es zum Video auf YouTube) ist nun auch der Bericht zum Fachtag auf unserer Website verfügbar.
Der Bericht gibt einen kleinen Einblick in die beiden Vorträge am Vormittag sowie in die vier Foren am Nachmittag. Ergänzt wird der Rückblick durch eine Auswahl an Bildern unseres Fachtags-Fotografen Shammi Singh, die die besondere Atmosphäre, die intensiven Gespräche und die vielen Begegnungen dieses Tages lebendig werden lassen. Der Fachtag hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig Austausch, Vernetzung und neue Denkansätze für eine zeitgemäße Trauerbegleitung sind. Wir laden Sie herzlich ein, den Tag noch einmal Revue passieren zu lassen und die Impulse weiterzudenken.
Das Jahr 2025 war für die Elisabeth-Kübler-Ross-Akademie ein besonderes Jahr: Wir feierten unser 20-jähriges Bestehen. Unser Jahresbericht blickt auf das Jubiläumsjahr zurück und gibt Einblicke in unsere Arbeit und Projekte.
Auf unserem YouTube-Kanal ist ein neuer Vortrag unserer Online-Vortragsreihe EKRA on Air hochgeladen: Sonja Owusu Boakye, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hochschule Bremen im Internationalen Studiengang Palliative Care (M.Sc.), spricht in ihrem Vortrag „Palliative Care diversitätssensibel gestalten“ über die Bedeutung von Diversität in der palliativen Versorgung und zeigt auf, wie unterschiedliche kulturelle, soziale und religiöse Hintergründe in der Begleitung schwerkranker Menschen berücksichtigt werden können.
2025 durften wir unser 20-jähriges Jubiläum feiern. Ein Meilenstein, der uns mit großer Dankbarkeit erfüllt.
Unser Dank gilt allen, die dieses Jahr mit Leben gefüllt haben: Teilnehmenden, Referent*innen, ehren- und hauptamtlichen Kolleg*innen sowie unseren Unterstützer*innen. Durch euch konnten wir wachsen und viele wertvolle Begegnungen erleben.
Einen kurzen Rückblick auf unser Jubiläumsjahr haben wir in einem Video zusammengestellt. Viel Freude beim Anschauen!
Auf unserem YouTube-Kanal ist ein neuer Vortrag unserer Online-Vortragsreihe EKRA on Air hochgeladen: Katrin Zinkel, systemische Coachin, Fachberaterin und Dozentin für Menschen im Autismus-, ADHS- und Hochbegabungsbereich, gibt in ihrem Vortrag „Neurodivergente Trauer verstehen – Besonderheiten bei ADHS und Autismus“ hilfreiche Tipps für Personen, die neurodivergente Menschen in Trauer besser unterstützen und begleiten möchten.